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Ein Blick in unsere Zweckbetriebe

Die Zweckbetriebe des Drogentherapie-Zentrums Berlin sind ein wichtiger Bestandteil des beruflichen Integrationskonzepts für Menschen mit einer Konsumstörung. Sie bieten vielfältige Möglichkeiten, sich Schritt für Schritt an Arbeitsabläufe und Tätigkeiten in einer konsumfreien Umgebung zu gewöhnen und verbinden dabei praktische Arbeit mit fachlicher Qualifizierung und Stabilisierung im Alltag.

Wie diese Verbindung aus Arbeit, Lernen und Stabilisierung konkret im Alltag aussieht, erklärt Ulrich Letzsch, Leiter der Zweckbetriebe, im folgenden Interview.

Unsere Zweckbetriebe: Die Garbe und Cleanexx

Im Mittelpunkt steht ein alltagsnaher Ansatz: Die Zweckbetriebe bieten verschiedene Angebote wie Arbeit erproben, Praktika absolvieren und anschließend an individuellen Schulungen, Qualifizierungen oder Ausbildungen teilnehmen. Die Betriebe arbeiten dabei bewusst wirtschaftlich, um reale Arbeitsbedingungen abzubilden. Ziel ist es, auch für Menschen mit schwierigen Voraussetzungen auf dem Arbeitsmarkt Perspektiven für eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu schaffen. Gleichzeitig zeigen Erfahrungen aus der Praxis, dass eine gelungene berufliche Integration einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Abstinenz leisten kann - und umgekehrt eine stabile Lebenssituation die Grundlage für eine langfristige Teilhabe am Arbeitsleben bildet.

Zum Angebot gehören das Restaurant „Die Garbe“ sowie der Reinigungsbetrieb Cleanexx. „Die Garbe“, seit 1999 in Berlin-Friedrichshain, bietet ein vielseitiges und zugleich erschwingliches Speisen- und Getränkeangebot sowie einen Catering-Service. Gleichzeitig ist das Restaurant als Ausbildungsbetrieb und Bildungsträger nach AZAV anerkannt und verbindet so Gastronomie mit beruflicher Qualifizierung. Cleanexx ist ein gemeinnütziger Reinigungsbetrieb, in dem praktische Erfahrungen im Bereich der Gebäudereinigung vermittelt und die Mitarbeitenden schrittweise an den Arbeitsalltag herangeführt werden.

Ulrich Letzsch im Interview

„Die Garbe“ steht für alkoholfreie Gastronomie. Wie prägt dieses Konzept die Atmosphäre im Restaurantalltag?
Unser Café liegt mitten im Kiez in Friedrichshain und ist dort eine absolute Ausnahme, da wir keine alkoholischen Getränke anbieten. Viele unserer Stammgäste zur Mittagszeit befürworten dieses Konzept.

Was macht die Betriebe besonders – sowohl für die Mitarbeitenden als auch für die Gäste?
Die Gäste, die zu uns kommen, wissen, dass wir ein Projekt des Drogentherapie-Zentrums Berlin sind. Sie schätzen die gemütliche, fast familiäre Atmosphäre im Café. Zudem sind wir an der Frankfurter Allee das einzige Mittagsangebot mit klassischer Küche.

Arbeitsalltag in der Garbe

Ein typischer Arbeitstag in der Garbe beginnt früh am Morgen: Um 7:00 Uhr startet das Team mit einer gemeinsamen Besprechung und der Aufgabenverteilung in der Küche. Auszubildende und Umschüler*innen arbeiten eng mit ihren Ausbilder*innen zusammen, die sie begleiten und unterstützen. Ab 11:30 Uhr prägt das Mittagsgeschäft den Rhythmus des Tages, bevor im Anschluss Reinigungsarbeiten und Nachbereitung folgen. Gegen 15:30 Uhr endet der Arbeitstag.

Welche fachlichen und organisatorischen Kompetenzen erwerben die Teilnehmenden während der Umschulung?
Die Umschüler*innen lernen und arbeiten nach dem aktuellen Rahmenlehrplan der IHK Berlin. Während der zweijährigen Ausbildung werden alle vorgesehenen Inhalte vermittelt. Die Umschulung endet mit der klassischen Gesellenprüfung bei der IHK und dem Berufsabschluss als Koch bzw. Köchin.

Cleanexx ist ebenfalls Teil der Zweckbetriebe. Welche neuen Fähigkeiten oder Erfahrungen sammeln die Mitarbeitenden dort im Arbeitsalltag?
Cleanexx ist ein klassischer Reinigungsbetrieb mit einem umfassenden Angebot rund um Immobilien. Wir arbeiten für soziale Einrichtungen, Büroeinheiten sowie private und dienstliche Wohnungen. Neue Mitarbeitende werden von unseren erfahrenen Fachkräften angeleitet – „Learning by Doing“ spielt dabei eine zentrale Rolle.

Gibt es Situationen, in denen besonders deutlich wird, wie wichtig Teamarbeit und strukturierte Abläufe für den Erfolg der Projekte sind?
Wir führen im und mit dem Café Garbe verschiedene Veranstaltungen durch, zum Beispiel Kulturabende oder internes und externes Catering. Aktuell bieten wir in Zusammenarbeit mit der Charité das Projekt „Kochen mit Kindern“ auf einer Krebsstation an. Gerade bei solchen Aufgaben, die nicht dem normalen Ablauf entsprechen, zeigt sich, wie wichtig Teamarbeit ist – da muss alles Hand in Hand gehen.

Was möchten Sie den Leser*innen über die Zweckbetriebe unbedingt mit auf den Weg geben?
Die Zweckbetriebe des DTZ Berlin erfüllen eine wichtige Aufgabe bei der Wiedereingliederung von Menschen mit einer Konsumstörung oder einem konsumgefährdeten Verhalten in den Arbeitsalltag. Unsere Betriebe leben von Aufträgen externer Kund*innen – wir freuen uns daher über jeden neuen Auftrag!

* Hinweis zur Sprache

Im Drogentherapie-Zentrum Berlin verwenden wir vorrangig den Begriff Konsumstörung, um eine respektvolle und entstigmatisierende Sprache zu fördern. Der Begriff Sucht wird ergänzend verwendet, wenn er für das fachliche Verständnis oder den jeweiligen Zusammenhang notwendig ist.