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Betreutes Gruppenwohnen - Nodrax BGW: Die Brücke in ein selbstbestimmtes und abstinentes Leben

Im letzten Teil unserer Artikelreihe zur Vorstellung des Drogentherapie-Zentrums Berlin geht es um unser Betreutes Gruppenwohnen Nodrax BGW. Nach einer Suchtrehabilitation* beginnt ein neuer Lebensabschnitt voller Chancen, aber auch voller Herausforderungen. Wer den Weg in ein abstinentes Leben gehen möchte, braucht einen geschützten Raum, um sich Schritt für Schritt wieder einen Alltag aufzubauen. Genau diesen Rahmen bietet Nodrax BGW, ein Angebot des Drogentherapie-Zentrums Berlin.

Ein Mann und eine Frau sitzen sich in grauen Sesseln gegenüber und führen ein Gespräch. Zwischen ihnen steht ein kleiner Holztisch mit Blumen und Wasser. Die Szene wirkt wie eine Beratungssitzung.

Unterstützung nach der Therapie

Nach der Therapie bietet Nodrax BGW die Möglichkeit, ein nachhaltiges Lebenskonzept zu entwickeln, selbstständig zu handeln und Verantwortung zu übernehmen. Die Aufenthaltsdauer beträgt 12 bis 18 Monate und die Einrichtung verfügt über 78 Plätze an Standorten in Friedrichshain, Lichtenberg und Prenzlauer Berg.

„Es geht darum, vieles, was zuvor theoretisch in der Therapie erarbeitet wurde, auch praktisch anzuwenden und in realen Situationen umzusetzen, um den Alltag langfristig abstinent gestalten zu können“, erklärt Susanne Lackner, die Bereichsleiterin von Nodrax BGW.

Das Team von Nodrax BGW begleitet die Bewohner*innen individuell und praxisnah. Die Einrichtung ist keine therapeutische Einrichtung, sondern unterstützt dabei, praktische Lebenskompetenzen aufzubauen: von Alltagsorganisation über berufliche Perspektiven bis hin zur sozialen Integration.

Zu den Unterstützungsangeboten gehören:

  • Entwicklung beruflicher Perspektiven, Arbeitserprobungen, Wiedereingliederung ins Arbeitsleben, Aufnahme einer Ausbildung
  • Aufbau einer sinnstiftenden Freizeitgestaltung und eines stabilen sozialen Umfeldes
  • Informationen zur Anmietung und Einrichtung von eigenem Wohnraum
  • Schuldenregulierung und Unterstützung bei Behördenangelegenheiten
  • Krisenbewältigung, Umgang in Konfliktsituationen
Vier Personen sitzen um einen weißen Tisch in einem hellen Raum und führen eine angeregte Unterhaltung. Zwei Frauen und zwei Männer lächeln sich an. Auf dem Tisch stehen Wasserflaschen und Gläser.
Ein Mann und eine Frau sitzen sich an einem Tisch gegenüber und führen ein Gespräch. Die Frau hält einen Stift und notiert sich etwas, was auf eine Beratungssituation hindeutet.

Alltag und Lebensplanung

Die Bewohner*innen gestalten ihren Alltag selbstständig, begleitet von regelmäßigen Beratungs- und Gruppengesprächen, die sie darin unterstützen, Aufgaben zu strukturieren, Prioritäten zu setzen und Verantwortung zu übernehmen. So kann ein ausgewogenes, individuelles und nachhaltiges Lebenskonzept entwickelt werden.

„Unsere Aufgabe ist es, die Brücke nach außen zu bauen“, so Susanne Lackner.

Aufgenommen wird, wer eine kürzlich abgeschlossene Suchtrehabilitation nachweisen kann und motiviert ist, ein abstinentes Leben zu führen. Interessierte können sich formlos mit Kontaktdaten, dem geplanten Therapieende sowie einem tabellarisch dargestellten Lebens- und Suchtverlauf bewerben. Die Bewerbung sollte etwa acht Wochen vor Therapieende erfolgen. In begründeten Fällen ist ein Schnellverfahren möglich.

Wohngemeinschaften - Räume für Neustart und Eigenständigkeit

Die WGs bieten verschiedene Wohnformen, angepasst an die Bedürfnisse der Bewohner*innen:

  • Einzelapartments oder WGs mit 2-6 Personen
  • eine Eingangswohngemeinschaft mit 6 möblierten Zimmern für Menschen ohne eigene Möbel
  • zwei Selbsthilfewohngemeinschaften mit 8 Plätzen in der Frankfurter Allee

Jede*r Bewohner*in hat ein eigenes Zimmer, zudem verfügen die meisten WGs über einen Gemeinschaftsraum. Die Gemeinschaft innerhalb der WGs spielt eine zentrale Rolle: Bewohner*innen lernen, sich gegenseitig zu unterstützen und schwierige Phasen zusammen zu meistern.

Besuch ist möglich, solange die Gäste abstinent sind, und auch Urlaub lässt sich nach Absprache mit Team, Leistungsträger oder Jobcenter organisieren - die verkehrsgünstigen Standorte, allen voran die Frankfurter Allee in Friedrichshain, bieten zudem direkten Zugang zu Freizeitangeboten, Arbeitsmöglichkeiten und den Einrichtungen des DTZ.

„Der Aspekt der Selbsthilfe ist besonders wichtig: Die Bewohner*innen wohnen hier ganz autonom, im Prinzip wie in ihrer eigenen Wohnung.“ - Susanne Lackner

Vogelperspektive einer Küche mit Holzboden: Drei Personen sitzen mit Tassen an einem weißen Tisch, während eine vierte Person rechts davon am Herd kocht.

Selbstständig wohnen, unterstützt leben

Bei Nodrax BGW geht es nicht darum, an die Hand genommen zu werden. Stattdessen lernen die Bewohner*innen, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen und ihren Alltag selbst zu gestalten - mit der Sicherheit, bei Bedarf Unterstützung zu erhalten. So können sie schrittweise wieder Freiheit, Selbstwirksamkeit und Lebensqualität gewinnen. 

Wichtig ist dabei die Würdigung jeder persönlichen Geschichte, Respekt, Empathie und eine Atmosphäre, in der Verantwortung übernommen wird. Ziel ist es, nachhaltig abstinent zu bleiben, neue Lebensziele zu entwickeln und den Schritt in ein eigenständiges, sinnerfülltes Leben zu machen.

Susanne Lackner beschreibt es so:
„Es ist unglaublich schön, mit Menschen zu arbeiten, die nach der Therapie mit ganz neuer Motivation in die Welt schauen. Wenn jemand mit neuen Perspektiven, nicht selten auch beruflich, wieder auf eigenen Beinen steht und in die eigene Wohnung auszieht, ist ein weiterer großer Schritt geschafft, das Leben wieder neu einzurichten.“

Kontakt und Information

Interessierte können sich sowohl telefonisch als auch per Mail melden oder jeden ersten Montag im Monat um 17 Uhr in der Frankfurter Allee 40, 10247 Berlin-Friedrichshain, Vorderhaus 4. OG zur Informationsveranstaltung kommen.

Dort besteht die Möglichkeit, eine Wohngemeinschaft zu besichtigen und sich mit dem Team und/oder aktuellen Bewohner*innen auszutauschen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Sieben Personen posieren lächelnd für ein Gruppenfoto im Freien. Eine Frau sitzt auf einer Holzbank im Vordergrund, während die anderen sechs hinter ihr stehen. Im Hintergrund sind Pflanzen und ein Gebäude zu erkennen.

* Hinweis zur Sprache

Im Drogentherapie-Zentrum Berlin verwenden wir vorrangig den Begriff Konsumstörung, um eine respektvolle und entstigmatisierende Sprache zu fördern. Der Begriff Sucht wird ergänzend verwendet, wenn er für das fachliche Verständnis oder den jeweiligen Zusammenhang notwendig ist.