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Verbund Therapeutisch Betreutes Wohnen - Nodrax VTW

In dieser Artikelreihe stellen wir die Angebote des Drogentherapie-Zentrums Berlin (DTZ) vor. Neben dem betreuten Gruppenwohnen Nodrax BGW bietet das DTZ auch das Therapeutisch Betreute Wohnen an.

Während das Betreute Gruppenwohnen den Schwerpunkt auf eigenständiges Wohnen legt, richtet sich das Therapeutisch Betreute Wohnen (Nodrax VTW) an Menschen, die nach ersten Schritten ihrer Behandlung einer Konsumstörung* noch mehr Stabilisierung, Sicherheit und therapeutische Begleitung benötigen. Im Alltag können neue Routinen erlernt und erprobt werden, während gleichzeitig geübt wird, achtsam mit sich selbst umzugehen und Perspektiven für eine selbstbestimmte Zukunft zu entwickeln.

Ein Zuhause auf Zeit

Nodrax VTW bietet Menschen mit abhängigen Verhaltensweisen in Kombination mit multiplen psychischen Erkrankungen einen geschützten und suchtmittelfreien Ort für Veränderung.

In einem ruhig gelegenen Haus mit guter Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr leben die Bewohner*innen in Einzelzimmern, während Gruppen- und Arbeitsräume sowie ein Garten Raum für Gemeinschaft, Rückzug und persönliche Entfaltung bieten. Auf dem Gelände befindet sich zudem ein separates Haus ausschließlich für Frauen, das zusätzliche Möglichkeiten für Rückzug und individuelle Förderung bietet.

Im Alltag werden neue Routinen geübt, Stabilität aufgebaut und Wege in ein selbstbestimmtes Leben entwickelt. Claudius Wieja, stellvertretende Bereichsleitung von Nodrax VTW, beschreibt die Atmosphäre:

„Für die Bewohner*innen ist es besonders wertvoll, mit Menschen zusammenzuleben, die Ähnliches erlebt haben und sie wirklich verstehen.“

So entsteht ein Umfeld, in dem der Alltag Orientierung und Struktur gibt, während Gemeinschaft Halt, Motivation und Sicherheit für Veränderung bietet.

Individuelle Unterstützung

Bei Nodrax VTW werden die Bewohner*innen Schritt für Schritt darin unterstützt, Fähigkeiten für Selbstorganisation, Eigenverantwortung und persönliche Weiterentwicklung zu stärken. Das Angebot vermittelt sowohl praktische Alltagskompetenzen als auch therapeutische Begleitung. Dazu gehören:

  • Gruppenarbeit und Einzelberatung
  • Sozialpädagogische Begleitung im Alltag
  • Unterstützung bei Behördenangelegenheiten
  • Unterstützung bei beruflicher Orientierung
  • Zusammenarbeit mit Angehörigen, Betreuer*innen oder Vertrauenspersonen

Das erfahrene Team aus Sozialarbeiter*innen, Suchttherapeut*innen und Heilerziehungspfleger*innen begleitet die Bewohner*innen in allen Lebensbereichen.

Claudius Wieja ergänzt: „Es geht darum, mit der Sucht zu leben und einen Umgang damit zu finden.“

Betreutes Einzelwohnen ist ebenfalls möglich, sofern die Wohnung im gleichen Bezirk wie das Haus in der Fennstraße liegt. So kann die Unterstützung individuell auf die Lebenssituation der Bewohner*innen zugeschnitten werden.

Struktur, Gemeinschaft und neue Fähigkeiten

Feste Rituale und gemeinsame Aktivitäten geben Orientierung, fördern Vertrauen untereinander und schaffen wertvolle Lernerfahrungen. Neben verpflichtenden Terminen gibt es zahlreiche freiwillige Angebote, die persönliche Interessen aufgreifen, Talente fördern und das Zusammenleben bereichern.

Zum Wochenablauf gehören:

  • Gemeinsames Frühstück jeden Montag mit Wochenplanung
  • Plenum am Freitag
  • Sportangebote wie Volleyball, Laufgruppe oder Tischtennis
  • Kreativ- und Gartengruppen
  • Kochgruppen mit Unterstützung der Tafel
  • Thematische Gruppen, etwa zur Rauchentwöhnung, Ernährungsberatung oder spezielle Männergruppen

Bei Nodrax VTW können Menschen so lange wohnen, wie sie Unterstützung benötigen. Ziel ist ein stabiles Krankheitsmanagement und die schrittweise Überwindung krankheitsbedingter Einschränkungen.

Das Drogentherapie-Zentrum Berlin

Mit Angeboten wie dem Entzugskrankenhaus Count Down, der Fachambulanz Sucht, der Fachklinik LAGO und den betreuten Wohneinrichtungen begleitet das Drogentherapie-Zentrum Berlin Menschen auf allen Etappen ihres Weges aus der Konsumstörung. Die verschiedenen Einrichtungen greifen ineinander und bilden ein verlässliches Netzwerk, das Halt gibt, Orientierung bietet und neue Perspektiven eröffnet.

Nodrax VTW bildet dabei den letzten Schritt auf diesem Weg: ein suchtmittelfreier Schutzraum, in dem Stabilität, Selbstvertrauen und Lebensperspektiven aufgebaut werden können – individuell, achtsam und zukunftsorientiert.

Bewerbung und Kontakt

Bei Interesse an einem Platz in einer der Wohngemeinschaften freut sich das Team von Nodrax VTW über Kontaktaufnahme. Das Team unterstützt auch bei der Antragstellung zur Kostenübernahme durch den Sozialhilfeträger und vereinbart gern ein persönliches Gespräch.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, ein Praxissemester für Studierende der Sozialen Arbeit oder ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren, um Erfahrungen in einem professionellen Setting zu sammeln und die Arbeit in der sozialen Betreuung kennenzulernen.

*Im Drogentherapie-Zentrum Berlin verwenden wir vorrangig den Begriff Konsumstörung, um eine respektvolle und entstigmatisierende Sprache zu fördern. Der Begriff Sucht wird ergänzend verwendet, wenn er für das fachliche Verständnis oder den jeweiligen Zusammenhang notwendig ist.